Am Anfang war der Kakao

Da man irgendwann anfangen soll beginne ich jetzt, weil das Chocoa Festival 2019 vor der Tür steht.
Wer seine Schokoladenbedürfnissen ernst nimmt sollte sich überlegen zwischen dem 20. bis 24. Februar nach Amsterdam zu fahren, um sich für einige Stunden oder ein paar Tage ins Schokoladenschlaraffenland zu begeben.
Das ganze Festival ist kaum zu bewältigen, da mehrere Programme gleichzeitig laufen. Für die Professionelle sind die ersten paar Tagen ein "must". Dem Durchschnitt "Chocoholic" empfehle ich die zwei letzten Tage.

Die Welt der Schokoladen und Kakao ist sehr komplex, vergleichbar mit die Zubereitung einer Tafel. Das Chocoa Festival hat mir aber die Möglichkeit geboten gute Einblicke in diese Welt zu bekommen. Letztes Jahr fand ich es faszinierend, Themen wie Kinderarbeit und Armutsbekämpfung, aber auch der Einfluss von Fermentierungsprozessen auf den Geschmack abwechselnd mit begeisterten Schokolatiers, Machinehersteller, Importeure, große und kleine Produzenten und Vertreter aller art Zubehör zu besprechen.
Wie bunt und weit gefächert diese Welt ist, darüber möchte ich berichten. Und deshalb habe ich angefangen meinem SchokoladenbloG zu schreiben.

Mit zwei großen Gegensätze fange ich an. Die erste Tafel ist vom bekannten französischen Schokolatier Bonnat. Diese Familie ist seit vier Generationen im Schokoladengeschäft und sie gehört zu den Pionieren im Single Origin Bereich. Sowohl die Verpackung als auch die Webseite geben keine Auskunft über die verwendete Bohnensorte dieser Tafel.
Die "Asfarth Indonésie" 65% ist eine prickelnd riechende tafel Schokolade. Das Räucheraroma ist typisch für Kakao aus Indonesien. Das Trocknen der Bohnen geschiet oft auf einem Holzfeuer statt in der Sonne und dies gibt dem ganzen eine eigene Note. Die Farbe der Tafel ist ziemlich hell. Das Brechen geht leicht und der Knack ist ordentlich. Der Schmelz ist fast direkt und geschmacklich ist das Raucharoma wieder dominant. Nur kurz ist ein Kirschnote zu spüren. Das Mundgefühl ist sehr fettig. Diese Tafel ist eine "pleaser", aber nichts Herausragendes.

Demgegenüber stelle ich Mike & Becky aus Belgiën, die erst seit vier Jahren ihr Schokoladencafé in Brussel haben, wo sie auch ihre Tafeln herstellen. Auf ihrer Webseite gibt es zwar viele information über die Herstellung einer Tafel, auch hier fehlt die verwendete Kakaosorte.
Des Herkunftsland ist Belize. Es ist eine 70% Tafel und sie verwenden ausschliesslich biologische Rohstoffen. Der Tafel vor mir glänzt wie ein Spiegel, er zerbricht wie Glas mit einem trockenen Knack. Aber der Duft! Es ist als würde ich mit meiner Nase über den Dschungelboden rum schnuppern. Kräftige Kräuteraromen kribbeln in meiner Nase. Das Schmelzen der Tafel braucht ein wenig Zeit und der Mundgefühl ist staubig, aber der Geschmack, OOOH!!! Auf einem soliden Schokoladen-Grundgeschmack tanzen Obst- und Citrusaromen herum. Keine heraussteckende Säuren sonder so angenehm wie ein Himbeersorbet. Irgendwo in der Mitte lässt sich auch noch Honig erkennen. HERRLICH!
Ich hoffe das macht Appetit. Bis zum nächste Post und wer beim Chocoa Festival vorbeikommt meldet Euch. Gemeinsam schmeckt Schokolade am besten!

 



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